Vier Berliner Musikerinnen teilen 1991 die Wahrnehmung, daß die große Zahl interessanter, innovativer, experimenteller und versierter Musikerinnen keine Entsprechung auf Konzertbühnen und in Festivalprogrammen findet und veranstalten das erste Festival WIE ES IHR GEFÄLLT.

Die vier Programmtage finden, gerade wegen ihrer kühnen Stilvielfalt, auf Anhieb ein großes Publikum und bringen FachhörerInnen und Neugierige zusammen.

Die Wege der U- und E-Musik kreuzen sich nahezu Abend fürAbend. Im Programm: HipHop, Neue Musik, Rock, Avantgarde, Dancefloor, Improvisierte Musik, Chanson, Jazz, Weltmusik, Pop, House, Punk, Drum´n Bass, Elektronik ....

1991 bis 1999: ein Hörmarathon von 6480 Minuten Musik, gespielt an 36 Festivaltagen in 9 Jahren von 384 Musikerinnen aus Australien, Deutschland, England, Finnland, Frankreich, Holland, Japan, Irland, Italien, Jugoslawien, Kanada, Kurdistan, Mongolei, Norwegen, Österreich, Rumänien, Schweiz, Tschechien, USA ....

Im Jahr 2000 zitieren wir die Berliner Musikerin und Verlegerin Christiane Rösinger aus der Hamburger ´espressiva´:"Immer noch herrscht im Musikbusiness ein Geschlechterverhältnis wie in der Astronautenszene oder der Kfz-Meisterinnung."

Deshalb werden Frauen auf der Bühne immer noch als etwas Besonderes wahrgenommen - oft zum Leidwesen der Musikerinnen, die in Interviews immer wieder gerne gefragt werden, wie es denn so sei, als Frau auf der Bühne zu stehen.

So let´s talk about music!

ART POP ART ist das Thema des diesjährigen Internationalen Musikerinnen-Festivals WIE ES IHR GEFÄLLT, das vom 27. - 29. Oktober in der Kulturbrauerei stattfindet. Zum zehnjährigen Jubiläum konzentriert sich das Festival auf die Pop Art Musik im neuen Jahrtausend. Der Blick richtet sich vor allem auf die junge Generation der Soundtüftlerinnen, Performerinnen, Videokünstlerinnen, die längst den respektlosen Umgang mit den Grenzen zwischen U- und E-Musik praktizieren. Ein Pool von Künstlerinnen verschiedener ästhetischer, künstlerischer und kultureller Orientierung, die Stile und Genres miteinander verschmelzen. Das Festival stellt Musikerinnen vor, die sich durch den konzeptionellen Umgang mit musikalischen, visuellen und performerischen Elementen auszeichnen. Musikerinnen, die im Zeitalter digitaler Musikbearbeitung gleichzeitig Komponistin, Interpretin und Produzentin ihrer Musik sind. Musikerinnen, die melodie- und rhythmusorientiert mit poetischen Texten arbeiten. Musikerinnen, denen viele Mittel recht sind, um auch ästhetische Konzepte zu inszenieren: Videoclips, Kostüme, Ausstattung, Choreographie ....

Hier zeigen Tops des Jahres wie die Chicks on Speed die Trends, die die gegenwärtige Clubszene widerspiegeln. Turntables sind die moderne Variante der guten alten Rockgitarre, die singenden Anti-Instrumentalistinnen kreieren eine Show nach dem Motto: schneller, chicker, charmanter!

Die legendäre Performance-Truppe Frank Chickens aus London, Meisterinnen der Ironie und des Trash, entern die Bühne mit der Parole: We are not Geishas, we are Ninjas!

Das Festival bleibt Plattform auch für traditionelle Bereiche der PopMusik wie die Neuinterpretationen des Repertoires von Katharina Franck im Zusammenspiel mit den afrobrasilianischen Rhythmen und Melodien von Rosanna & Zelia.

Die Begegnung der avantgardistischen Geigerin und Sängerin Iva Bittova mit den Berliner Drum´n Bass-DJ´s von Fast Fwd ist Ausdruck genreübergreifender Ideen, ein Projekt des Festivals frei nach dem Motto: wie es ihr gefällt!

Ebenfalls speziell für das Festival konzipiert ist der Auftritt der Betancor mit Neumann und Ercklentz: sie testen ihre Effektgeräte und zerspielen Songs mit um sich greifender Virtualität und selten erlebter Inbrunst. Elektronik geht Jazz geht Pop, die Instrumente sindn ansehnlich und von führenden Fachzeitschriften empfohlen.

Das alles und noch viel mehr ... Clubkultur meets Multimedia meets Jazz meets Performance meets Art Pop Art meets you!

 

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